Verhängt

Seit einigen Wochen sind die großen Fenster und die Eingangstüren auf der Ostseite des Freiburger Theaters mit weißen Vorhängen zugehängt. Ein eindeutiges Signal, dass das Publikum noch nicht erwünscht ist und man sich vor neugierigen Blicken schützen möchte. Als der Sturm letzte Woche durch Deutschland fegte, flatterten diese munter umher, blieben immer wieder an den Skulpturen hängen und das Gebäude öffnete sich ein Stück. Mitarbeiter auf Hebebühnen sorgten für eine erneute Verhüllung. Bleibt zu hoffen, dass am Eröffnungwochenende die Vorhänge sowohl außen als auch innen aufgehen und man sich willkommen fühlt.

Vorgartenidylle

Die Häuser der zwischen 1870 und 1889 erbauten Knopfhäusle-Siedlung erscheinen auf den ersten Eindruck zwar etwas in die Jahre gekommen, aber durch die Vorgärten recht idyllisch. Ob das die Bewohner auch so sehen ist fraglich. Denn seit Jahren verschiebt sich die dringend anstehende Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Arbeitersiedlung. Doch seit diesem Jahr bewegt sich etwas, Fördergelder sind zugesichert worden und über einen Sanierungszeitplan wird nachgedacht. Einigen Bewohnern geht das zu langsam. Sie sind selbst aktiv geworden und haben sich ihren Vorgarten verschönert. Ein Glück für das Kulturdenkmal.

29.05.2017

Im Spiegel online habe ich kürzlich einen Artikel über einen Architekturstudenten gelesen, der aus grauen Plattenbauten mit Hilfe von Photoshop farbige Kunstwerke kreiert. Die Ergebnisse sind durchaus ansprechend und wären in der Realität echte Hingucker. Farbe als Gestaltungsmittel in der Architektur ist bei einigen Hochhäusern in Freiburg auch ohne Photoshop verwirklicht worden, ob im Vauban, Landwasser oder Weingarten. Farbe strukturiert und betont Fassaden und wie in diesem Beispiel schafft sie eine warme Atmosphäre.

28.03.2017

Einsam und allein steht das kleine Häuschen an der Endhaltestelle Innsbruckerstraße der Straßenbahnlinie 3, mitten in der Busschleife. Sogar ein Stück Schiene wurde als Kunstinstallation daneben platziert und mit einem Baum garniert. Beim Vorbeilaufen fragte ich mich, warum der Kubus hier gebaut wurde, ist sein Zweck für einen Vorübereilenden wie mich nicht offensichtlich erkennbar. Der einladend rot umrandete Eingangsbereich mit Milchglasscheiben macht neugierig, doch auf den zweiten Blick vermisst man Fenster und der Baukörper wirkt sehr ins sich verschlossen. Ob die im Sommer mit Pflanzen bewachsene Fassade freundlicher wirkt und sich der ein oder andere zum Ausruhen auf die Bänke setzt? Da die nächsten Wohnhäuser ein Stück entfernt liegen wäre der Kubus als Partyraum sicherlich ein cooler Ort. Auf Nachfrage bei der VAG erfahre ich die wahre Bestimmung: Sozialräume für die VAG-Mitarbeiter. Ein Rückzugsort von allem Verkehrstrubel.

12.03.2017

Es gibt ihn zum Schieben, Falten und Klappen, aus Holz, Metall oder Kunststoff, farbig oder weiß, den guten alten Fensterladen. Als der Rollladen noch nicht erfunden war, diente er als Wetter-, Licht- und Sichtschutz. Ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten wird hier modern als schmückendes Beiwerk eingesetzt. Die Fensterläden ragen aus der Fassade heraus, und verleihen der Fassade zusammen mit der Gitteroptik der Balkone eine lebendige Struktur. Wer in der Oberau an der Dreisam spazieren geht, kann sie im Original bewundern.

12.02.2017

Ich habe nicht in alten Fotoarchiven gestöbert oder eine Reise in eine andere Stadt unternommen – man glaubt es kaum, aber es handelt sich hier um ein aktuelles Foto! Eine Ansicht von der Heinrich-von Stephan-Straße auf das Bahngelände! Im Jahr 1932 noch ganz ohne Graffiti-Verzierung erbaut, trotzt der Wasserturm den vielen Veränderungen, die die Stadt von damals bis heute erfahren hat. Bald wird der Blick darauf wieder versperrt sein, wenn die Bebauung des ehemaligen Postgeländes an dieser Stelle umgesetzt wird.

27.01.2017

Balkone soweit das Auge reicht. Eine willkommene Öffnung nach draußen und gleichzeitig verantwortlich dafür, der Fassade eine auffällige Struktur zu geben. Und die Bewohner gestalten auch mit, durch individuelle Balkondekoration. Bereits am 1925/26 errichteten Bauhausgebäude in Dessau gibt es die kleinen, wie Sprungbretter wirkenden Balkone. Damals allerdings ohne Betonfront, sondern mit durchlaufendem Geländer.

21.12.2016

Ein Rettungsring kann eigentlich jeder von uns irgendwann in seinem Leben gebrauchen. Für einige Menschen ist die Notaufnahme der Freiburger Uniklinik ihre letzte Rettung. Der überdimensionierte Rettungsring „Freischwimmer“ von Gregor Passens, der Alt- und Neubau der Notaufnahme fest im Griff hat, ist an diesem Ort ein sehr gelungener Beitrag für Kunst am Bau.

22.11.2016

New York, Hamburg, Düsseldorf. Auch Freiburg hat eines, ein „Bügeleisengebäude“. Seit einigen Jahren steht es als Wohngebäude im Vauban. Zwar nicht im klassischen Bügeleisen-Format, aber das Gebäude endet im auffallend spitz zulaufenden Winkel und nutzt so den bebaubaren Platz an der schmalen Seite des Grundstücks für Balkone. Ein echter Hingucker!

14.05.2016

So nah und doch so fern liegen die Baustile dieser beiden Fassaden in der Wiehre. Die Fassade links wird dominiert von schmalen Fensterbändern, und niedrigen Geschosshöhen, während die rechte Fassade eher von einer senkrechten Fassadengestaltung geprägt ist. Beide Häuser fallen auf den ersten Blick nicht besonders auf, interessant wirken sie im Miteinander.