12.03.2017

Es gibt ihn zum Schieben, Falten und Klappen, aus Holz, Metall oder Kunststoff, farbig oder weiß, den guten alten Fensterladen. Als der Rollladen noch nicht erfunden war, diente er als Wetter-, Licht- und Sichtschutz. Ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten wird hier modern als schmückendes Beiwerk eingesetzt. Die Fensterläden ragen aus der Fassade heraus, und verleihen der Fassade zusammen mit der Gitteroptik der Balkone eine lebendige Struktur. Wer in der Oberau an der Dreisam spazieren geht, kann sie im Original bewundern.

12.02.2017

Ich habe nicht in alten Fotoarchiven gestöbert oder eine Reise in eine andere Stadt unternommen – man glaubt es kaum, aber es handelt sich hier um ein aktuelles Foto! Eine Ansicht von der Heinrich-von Stephan-Straße auf das Bahngelände! Im Jahr 1932 noch ganz ohne Graffiti-Verzierung erbaut, trotzt der Wasserturm den vielen Veränderungen, die die Stadt von damals bis heute erfahren hat. Bald wird der Blick darauf wieder versperrt sein, wenn die Bebauung des ehemaligen Postgeländes an dieser Stelle umgesetzt wird.

27.01.2017

Balkone soweit das Auge reicht. Eine willkommene Öffnung nach draußen und gleichzeitig verantwortlich dafür, der Fassade eine auffällige Struktur zu geben. Und die Bewohner gestalten auch mit, durch individuelle Balkondekoration. Bereits am 1925/26 errichteten Bauhausgebäude in Dessau gibt es die kleinen, wie Sprungbretter wirkenden Balkone. Damals allerdings ohne Betonfront, sondern mit durchlaufendem Geländer.

21.12.2016

Ein Rettungsring kann eigentlich jeder von uns irgendwann in seinem Leben gebrauchen. Für einige Menschen ist die Notaufnahme der Freiburger Uniklinik ihre letzte Rettung. Der überdimensionierte Rettungsring „Freischwimmer“ von Gregor Passens, der Alt- und Neubau der Notaufnahme fest im Griff hat, ist an diesem Ort ein sehr gelungener Beitrag für Kunst am Bau.

22.11.2016

New York, Hamburg, Düsseldorf. Auch Freiburg hat eines, ein „Bügeleisengebäude“. Seit einigen Jahren steht es als Wohngebäude im Vauban. Zwar nicht im klassischen Bügeleisen-Format, aber das Gebäude endet im auffallend spitz zulaufenden Winkel und nutzt so den bebaubaren Platz an der schmalen Seite des Grundstücks für Balkone. Ein echter Hingucker!

14.05.2016

So nah und doch so fern liegen die Baustile dieser beiden Fassaden in der Wiehre. Die Fassade links wird dominiert von schmalen Fensterbändern, und niedrigen Geschosshöhen, während die rechte Fassade eher von einer senkrechten Fassadengestaltung geprägt ist. Beide Häuser fallen auf den ersten Blick nicht besonders auf, interessant wirken sie im Miteinander.

11.04.2016

Wie ich die zukünftigen Bewohner dieses Haues um die Nähe zum Lorettobad beneide! Es scheint fast so, als ob sie von Ihren Wohnungen ins Schwimmbecken des Freibads springen könnten. Während das Haus in den letzten Monaten in die Höhe wuchs, irritierte mich etwas, und es dauerte einige Zeit, bis ich verstand, was es war. Die Dachspitze fehlt! Jedoch nur auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob das Dach nicht zuende gebaut wurde. Ich rätselte darüber, ob da oben wohl eine außergewöhnliche Dachterrasse geplant ist, ein Gemüsegarten zur Selbstversorgung oder gar eine exklusive Cocktailbar für Lorettobad-Gäste mit Blick auf das abendlich beleuchtete Bad? Was auch immer es wäre, dafür würde ich auch gerne auf eine Dachspitze verzichten!

28.03.2016

Das Güterbahnhofareal, auf dem in den nächsten Jahren architektonisch viel Neues entstehen wird und im Moment eine große Baustelle ist, hatte ich mir für meinen nächsten Ausflug ausgesucht. Ein Stadtteil in der Größenordnung des Vaubans wird hier neu gestaltet, eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten. Meine Erwartungen waren groß – ein Platz, wo Architekten neues ausprobieren können, dachte ich. Begrüßt wurde ich von dem charmanten alten Zollhaus und den renovierten Güterhallen, dahinter, grau-weiße Fassaden, sonst nichts. Keine außergewohnlichen Baumaterialien, keine individuelle Gestaltung, nichts, was die Bauten in irgendeiner Weise von anderen hervorheben würde. Einzige Farbelemente sind die alten Backsteinzierleisten der historischen Bebauung. Sollte studentisches Wohnen nicht bunter und abwechslungsreicher sein? Ich bin gespannt, was die geplanten Hotels, der Büroturm, das Altenheim und sonstige Bürohäuser gestalterisch zu bieten haben werden. Die Stadtbetrachterin bleibt dran.

14.03.2016

Rostig rot leuchtet der Quader des neuen Bürogebäudes an der Heinrich-von-Stephan-Straße in den Himmel. Es ist einer der Gebäudekomplexe entlang der vierspurigen Innenstadtumfahrung der auffällt, obwohl er sich in seinen Umrissformen nicht wesentlich von den anderen unterscheidet. Mehr Vielfalt und mehr architektonische Akzente hätten dem Gesicht der Straße gut getan. Die Stadt Freiburg sollte da etwas experimentierfreudiger sein. Mit der Unibibliothek ist ihr zumindest ein Anfang gelungen.

02.03.2016

Villa oder Schwarzwaldhof? Rückbesinnung oder Neubeginn? Für diese Villa in Herdern, gebaut in den 1920er Jahren im süddeutschen Heimatstil, gibt es keine Wiederbelebung. An dem lange Zeit leer stehenden Haus haben bereits die Abrissbagger geknabbert und läuten einen kompletten Neubeginn auf dem weitläufigen Grundstück ein. Darüber kann man den Kopf schütteln oder Verständnis aufbringen. Vielleicht wäre ein Kompromiss zwischen Besitzer und Denkmalpflege eine Lösung gewesen. Eine Modernisierung von im öffentlichen Interesse stehender Bauten kann sehr inspirierend sein. Ohne darüber nachzudenken erfreuen wir uns heute über den „schönsten Turm der Christenheit“ in vollendeten gotischen Bauformen, den es ohne die Modernisierung der romanischen Vorgängerkirche nicht geben würde.